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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Eigen- und Fremdleistung

Facility Management: Handwerksdienste » Betrieb » Steuerung » Sourcing

Sourcing nach Betriebsnotwendigkeit

Die Entscheidung zwischen Eigenleistung, Fremdleistung und Mischmodell sollte nicht aus Gewohnheit erfolgen. Maßgeblich sind Kritikalität, Reaktionszeit, erforderliche Fachkunde, Auslastung, Vorhaltekosten, Marktverfügbarkeit und die Frage, welches Anlagen- und Ortswissen dauerhaft intern verfügbar sein muss. Handwerkliche Eigenleistung ist besonders wertvoll, wenn kurze Wege, unmittelbare Nutzerkommunikation und hohe Kenntnis des Bestands entscheidend sind.

Eigen- und Fremdleistungen wirtschaftlich und sicher steuern

Fremdleistung gezielt einsetzen

Externe Fachunternehmen sind sinnvoll, wenn besondere Zulassungen, Spezialwerkzeuge, selten benötigte Kompetenzen oder skalierbare Kapazitäten erforderlich sind. Für zulassungspflichtige Handwerke ist die Handwerksordnung zu beachten; § 1 HwO knüpft den selbständigen Betrieb entsprechender Handwerke an die Eintragung in die Handwerksrolle, Anlage A führt die betroffenen Gewerbe auf. Die Eignungsprüfung muss deshalb über Preis und Verfügbarkeit hinausgehen.

Kriterium

Eigenleistung

Fremdleistung/Mischmodell

Reaktionszeit

sehr kurz möglich

vertraglich absichern

Ortskenntnis

hoch

muss aufgebaut werden

Spezialkompetenz

begrenzt wirtschaftlich vorhaltbar

gut skalierbar

Auslastung

muss dauerhaft vorhanden sein

bedarfsgerecht abrufbar

Steuerungsaufwand

intern

Schnittstellen- und Vertragsaufwand

Know-how-Sicherung

direkt

Übergabe und Dokumentation erforderlich

Kernkompetenz nicht vollständig auslagern

Auch bei umfassender Fremdvergabe sollte intern genügend technisches Verständnis verbleiben, um Leistungen fachlich spezifizieren, Risiken bewerten, Abnahmen durchführen und Dienstleister steuern zu können. Ein Betreiber, der den Sollzustand seiner Anlagen nicht mehr beschreiben kann, verliert faktisch seine Auftraggeberkompetenz.

Mischmodelle bewusst designen

In der Praxis sind Mischmodelle häufig am leistungsfähigsten: interne Kräfte für Erstaufnahme, kleine Sofortmaßnahmen und Betriebswissen; externe Fachfirmen für Spezialleistungen, Spitzenlasten und zulassungspflichtige Tätigkeiten. Entscheidend ist die eindeutige Schnittstelle. Unklare Grenzen führen sonst zu Doppelarbeit oder zu Aufgaben, die niemand übernimmt.

Sourcing regelmäßig überprüfen

Marktbedingungen, Technik und Gebäudenutzung verändern sich. Deshalb sollten Leistungstiefe und Partnerportfolio periodisch überprüft werden. Kennzahlen zu Reaktionszeit, Erstlösungsquote, Wiederholungsstörungen, Nachträgen, Fremdleistungskosten und interner Auslastung liefern eine belastbare Grundlage für die Weiterentwicklung des Modells.