Leistungsverzeichnis Putz- und Fassadenarbeiten (einschl. WDVS)
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Leistungsverzeichnis Putz- und Fassadenarbeiten (inkl. WDVS)
Dies Los deckt Putzarbeiten im Innen- und Außenbereich sowie Fassadenarbeiten einschließlich Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) ab. Darunter fallen z.B. Innenputz-Reparaturen, das Neuverputzen von Wänden (z.B. nach Leitungsinstallationen oder Putzabplatzungen), Außenputzsanierungen an Fassaden, Risssanierungen, sowie Maßnahmen zur energetischen Sanierung wie das Anbringen von WDVS an Fassadenflächen. Ebenso sind in diesem Los eventuell Betoninstandsetzungen an Fassaden oder Sockelbereichen mit enthalten, sofern dies bei Ihren Liegenschaften relevant ist (z.B. Ausbesserung von Abplatzungen an Betonbauteilen, Beschichtungen zum Schutz der Bewehrung etc.).
Das zusammengestellte Leistungsverzeichnis wird Ihnen ermöglichen, sowohl kleinere Schönheitsreparaturen als auch größere Fassadensanierungen bzw. Dämmmaßnahmen im Rahmenvertrag abzubilden. Durch die klare Trennung der Leistungsbilder (Putz, Anstrich, WDVS, Betonreparatur) in Positionen und ggf. Unterpositionen behalten Sie und die Bieter stets den Überblick. Natürlich achten wir auch hier auf Normkonformität und Standardleistungstexte wo möglich, um Missverständnisse auszuschließen.
Leistungsverzeichnis für Putz- und Fassadenarbeiten
- Leistungsverzeichnis
- Innenputzarbeiten
- Außenputzarbeiten
- Wärmedämm
- Fassadenanschlüsse
- Vorbereitende
- Sanierungsleistungen
- Denkmalschutz
Leistungsverzeichnis Putz- und Fassadenarbeiten (inkl. WDVS)
Vorbemerkungen: Alle nachfolgend beschriebenen Leistungen sind herstellerneutral und gemäß VOB/C auszuführen. Putz- und Stuckarbeiten richten sich nach DIN 18350 (gilt für Innenputz, Außenputz, Stuck und Wärmedämmputz), Wärmedämm-Verbundsysteme nach DIN 18345 (ATV WDVS). Dämmstoffe entsprechen DIN 4108-10 (anwendungsbezogene Anforderungen an Wärmedämmstoffe). Die Arbeiten umfassen alle Gebäude (Bestand und Neubau) der Stadtwerke Rostock AG im Rahmen des geplanten Rahmenvertrags. Besondere Anforderungen wie Arbeiten an Bestandsfassaden, hohe Oberflächenqualitäten und Denkmalschutz sowie Brandschutzmaßnahmen sind berücksichtigt. Die Positionen sind GAEB-konform mit Positionsnummer, Einheit (ME), geschätzter Menge, Kurz- und Langtext sowie Positionsart angegeben (GP = Grundposition, BP = Bedarfsposition, Z = Zulageposition).
1.1.1 Kalkzement-Innenputz, zweilagig (Grund- und Oberputz)
Zweilagiger Innenwandputz aus Kalk-Zement-Mörtel gemäß DIN 18350. Untergrund fachgerecht vorbereiten (Staub entfernen, bei Bedarf Haftbrücke auf glatten Flächen). Aufbringen eines Grundputzes ca. 15 mm und darauf eines feinkörnigen Oberputzes ca. 5 mm. Oberfläche eben abgezogen oder gefilzt (Q2-Standard), geeignet als sichtbare Oberfläche oder als Untergrund für Anstrich/Tapete.
Einheit: m²
Menge: 1000
Positionsart: GP
1.1.2 Gipsputz Innen, einlagig, geglättet
Einlagiger Gips-Innenputz (werkseitig vorgemischter Gipsputz, maschinengängig) auf Wand- und Deckenflächen im Innenbereich, gemäß DIN 18350. Dicke ca. 10 mm; Auftrag in einem Arbeitsgang. Oberfläche glatt abgezogen (Q2) bzw. feingefilzt, direkt streich- oder tapezierfähig. Untergrund muss tragfähig und sauber sein (auf Betonflächen Haftbrücke bzw. Putzspritz erforderlich).
Einheit: m²
Menge: 800
Positionsart: GP
1.1.3 Kalk-Innenputz (reiner Luftkalkmörtel), zweilagig
Zweilagiger Innenputz aus reinem Kalkmörtel (Luftkalk) für spezielle Anforderungen (z. B. denkmalgeschützte Räume oder Feuchteregulierung). Ausführung gemäß DIN 18350 in zwei Lagen: Grobputz und Feinputz je ca. 5–7 mm. Oberfläche je nach Vorgabe geglättet oder fein gefilzt. Hohe Diffusionsoffenheit, geeignet für historische Bausubstanz.
Einheit: m²
Menge: 100
Positionsart: BP (Optional, bei Bedarf in historischen Bereichen)
1.1.4 Innenputz Oberflächenqualitäten (Sichtflächen)
Hinweisposition (ohne Preis): Innenputzflächen können je nach Raumnutzung und Gestaltungswunsch in verschiedenen Oberflächenqualitäten ausgeführt werden. Mögliche Strukturen sind z. B. Besenstrich (strukturierte Oberfläche mittels Besen), Glattputz (glättegezogen), feiner Reibeputz oder Scheibenputz im Innenbereich. Die Wahl der Oberfläche ist vor Ausführung mit dem Auftraggeber abzustimmen. (Diese Position dient der Beschreibung der Qualitäten, die Kosten sind in den jeweiligen Putzpositionen enthalten.)
Positionsart: – (Hinweis)
2.1.1 Kalkzement-Grundputz außen (Unterputz)
Mineralischer Grundputz für Fassaden (Außen-Unterputz) aus Kalkzementmörtel, gemäß DIN 18350. Auftragen auf vorbereitete Außenwandflächen (Mauerwerk; auf Betonflächen mit Haftbrücke). Putzdicke ca. 15 mm in ein oder zwei Lagen; vollflächig eben aufgezogen und aufgeraut als Haftgrund für den Oberputz. Ecken und Kanten sind mit Eckschutz zu versehen (siehe Position 4.4).
Einheit: m²
Menge: 500
Positionsart: GP
2.1.2 Mineralischer Oberputz außen (Scheibenputz/Reibeputz)
Mineralischer Edelputz als Oberputz auf Außenflächen, aufgebracht auf tragfähigen Unterputz (z. B. Pos. 2.1.1), gemäß DIN 18350. Werk-Trockenmörtel auf Kalk/Zement-Basis, Kornabstoß ca. 2 mm. Struktur z. B. Scheibenputz (Reibeputz mit Kratzeffekt) oder alternativ Kratztputz/Besenstrich je nach Gestaltungsvorgabe. Oberfläche witterungsbeständig, hoch diffusionsoffen und wasserabweisend. Farbton nach Wahl des Auftraggebers – entweder durchgefärbter Putz oder anschließender Egalisationsanstrich (in Abstimmung, siehe gestalterische Varianten).
Einheit: m²
Menge: 500
Positionsart: GP
2.1.3 Silikonharz-Oberputz außen (organisch gebunden)
Fertigputz auf Silikonharzbasis als Oberputz auf Außenfassaden, manuell oder mit der Spritzpistole auf Unterputz oder WDVS aufzubringen. Kornstärke ca. 2 mm, Struktur analog Pos. 2.1.2 (Reibeputz o. Ä.). Silikonharzputz ist hydrophob (hohe Wasserabweisung), wetterbeständig und gleichzeitig wasserdampfdurchlässig. Lieferung im Eimer (pastös, gebrauchsfertig), Farbton gemäß Gestaltung (werkseitig abgetönt). Verarbeitung gemäß Herstellervorschrift und DIN 18350.
Einheit: m²
Menge: 400
Positionsart: GP
2.1.4 Silikat-Oberputz außen (Mineralischer Bindemittelputz)
Silikatputz (Bindemittel auf Kaliwasserglas-Basis) als diffusionsoffener Oberputz für Fassaden, auf Unterputz oder Armierungsschicht WDVS, gemäß DIN 18350. Kornstruktur ca. 2 mm, optisch ähnlich mineralischem Reibeputz. Hohe Wasserdampfdurchlässigkeit, witterungsbeständig. Lieferung als pastöser Edelputz im Eimer; Farbgebung nach Wunsch (durchgefärbt oder nach Trocknung mit Silikat-Fassadenfarbe überstreichbar).
Einheit: m²
Menge: 300
Positionsart: GP
2.1.5 Sockelputz / besondere Sockelausbildung
Hinweis: Die Ausführung im Sockelbereich (Spritzwasserzone) ist gesondert zu betrachten. Standardmäßig werden WDVS oder Außenputz im Sockelbereich mit geeigneten Maßnahmen gegen Feuchtigkeit und mechanische Einwirkungen geschützt (z. B. Verwendung von Sockel-Dämmplatten, Dichtungsschlämme – siehe Pos. 5.3 – und ggf. spezieller Sockelputz mit geringerer Wasseraufnahme). Die optische Ausbildung (Farbe, Höhe des Sockelputzes) erfolgt nach Gestaltungsplan. (Kosten sind in den Putz-/WDVS-Positionen bzw. Pos. 5.3 enthalten.)
3.1.1 WDVS mit EPS-Dämmung (organisches System)
Wärmedämm-Verbundsystem auf Außenwand mit EPS-Dämmstoff (expandiertes Polystyrol, z. B. WLG 032) gemäß DIN 18345. Enthalten sind: Untergrundvorbereitung der Fassade (Reinigung, ggf. Putzausbesserung und Grundierung), vollflächiges Verkleben der EPS-Platten in geforderter Dämmstoffdicke (z. B. 100–160 mm) und zusätzliches Dübeln nach Statik, Herstellung einer Armierungsschicht (Armierungsmörtel mit eingebettetem Glasfasergewebe) über der Dämmung, sowie abschließend ein Oberputz (wahlweise mineralisch, Silikonharz oder Silikat, weiß oder getönt) inkl. erforderlicher Putzgrundierung. Das System erfüllt die Anforderungen des Wärmeschutzes nach EnEV/GEG und DIN 4108. Baustoffklasse des Systems B1, schwer entflammbar (EPS-Dämmung). Besondere Anforderungen: Bei Gebäuden über 7 m Höhe sind zusätzliche Brandriegel aus Mineralwolle (nicht brennbar) anzuordnen, siehe Pos. 3.1.5. Im Sockelbereich sind feuchtebeständige Dämmmaterialien (z. B. Perimeterplatten XPS) oder Abdichtungen gemäß Detailplanung einzusetzen (siehe Pos. 5.3).
Einheit: m²
Menge: 1000
Positionsart: GP
3.1.2 WDVS mit Mineralwolle-Dämmung (mineralisches System)
Wärmedämm-Verbundsystem mit Mineralwolle-Dämmplatten (Steinwolle oder Glaswolle, nicht brennbar, z. B. WLG 035, Baustoffklasse A2) gemäß DIN 18345. Befestigung der Dämmplatten an der Fassade durch Klebemörtel und Verdübelung entsprechend Zulassung (höhere Plattendichten erfordern meist Dübelung). Dämmstoffdicke nach Wärmeschutznachweis (typisch 100–160 mm). Vollflächige Armierungsschicht mit geeigneter Armierungsmasse und eingebettetem Glasfasergewebe. Oberputz analog Pos. 3.1.1 (mineralisch oder kunstharzgebunden, Farbton nach Wahl). Das System ist nicht brennbar (Baustoffklasse A2-s1,d0), somit Brandriegel nicht erforderlich für Brandschutz (außer bei besonderen Auflagen). Verarbeitung nach Herstellerangaben, alle Komponenten systemkompatibel.
Einheit: m²
Menge: 800
Positionsart: GP
3.1.3 WDVS mit PUR-Hartschaum-Dämmung
Wärmedämm-Verbundsystem mit Polyurethan(PUR)/Polyisocyanurat(PIR)-Hartschaum-Dämmplatten (WLG ~025–030, schwer entflammbar) gemäß DIN 18345. Verlegung der PU-Dämmung in vorgesehener Dicke (z. B. 80–120 mm) durch Ankleben (PUR-spezifischer Klebemörtel) und zusätzlichem Dübeln entsprechend Herstellerzulassung. Ausbildung der Armierungsschicht (Armierungskleber + Gewebeeinlage) und abschließende Oberputzbeschichtung analog Pos. 3.1.1. Aufgrund der Materialeigenschaften sind Brandschutzmaßnahmen analog EPS-WDVS erforderlich (Brandriegel Pos. 3.1.5 bei höheren Gebäuden). Verarbeitung und Material nach DIN 4108-10 sowie technischen Merkblättern.
Einheit: m²
Menge: 400
Positionsart: GP
3.1.4 WDVS mit Klinkerriemchen (Verblendsystem)
Wärmedämm-Verbundsystem mit optischer Oberfläche aus Klinkerriemchen (dünne Verblendziegel) anstelle eines Oberputzes. Aufbau: Dämmung z. B. EPS (alternativ Mineralwolle) wird auf die Wand geklebt und gedübelt wie in Pos. 3.1.1/3.1.2 beschrieben. Anstelle des üblichen Oberputzes werden spezielle Armierungslagen und Klebemörtel verwendet, um anschließend Klinkerriemchen (ca. 10–15 mm Dicke) vollflächig auf der Dämmung zu verkleben. Verfugen der Riemchen mit geeignetem Fugenmörtel, sodass eine hinterlüftungsfreie, geschlossene Verblendfassade entsteht. Optik einer Klinkerfassade bei gleichzeitiger Wärmedämmung. Verarbeitung gemäß Systemzulassung für WDVS mit Riemchen.
Einheit: m²
Menge: 200
Positionsart: GP (Besondere Ausführung)
3.1.5 Zulage: Brandriegel aus Mineralwolle im WDVS
Zulageposition: Einbau eines Brandriegels aus Mineralwolle in WDVS-Flächen mit EPS- oder PUR-Dämmung. Ausführung gemäß Brandschutzvorschrift: Ein horizontaler Streifen nichtbrennbarer Mineralwolle-Dämmplatte (Baustoffklasse A) wird umlaufend über den definierten Geschossebenen angebracht, Höhe mind. 20 cm, Dicke entsprechend der übrigen Dämmung. Lückenlos über die Fassadenfläche verlegt und in das WDVS integriert (Abschluss mit Armierungsgewebe wie angrenzend). Verhindert bei mehrgeschossigen Gebäuden den Brandüberschlag an der Fassade. Anordnung nach Bauordnung (typisch über jedem zweiten Geschoss bzw. gemäß Gebäudeklasse).
Einheit: m
Menge: 100
Positionsart: Z
3.1.6 Zulage: WDVS Zusatzmaßnahmen im Bestand
Hinweis/Bedarfsposition: Bei Fassadensanierungen mit WDVS können zusätzliche Leistungen erforderlich sein, z. B. Ausgleich unebener Altwände (Ausgleichsputz vor WDVS), Dübelsetzung auf unterschiedlichen Untergründen (Spezialdübel für Hohlmauerwerk), Entfernen und Wiederanbringen von Attikaabdeckungen, Fallrohren etc. Solche Leistungen sind im Rahmenvertrag bei Bedarf gesondert zu vereinbaren. (Eventuelle Kosten nach Aufwand – hier keine Kalkulation, Position dient der Vollständigkeit.)
4.1.1 Zulage: Anputzleiste (Anschlussprofil Fenster/Tür)
Lieferung und Einbau von Anputzleisten mit Dichtlippe und Gewebe als Anschlussprofil zwischen Putz/WDVS und Fenster- bzw. Türrahmen. Aus PVC mit selbstklebendem Schaumstoffstreifen, Profilbreite entsprechend Putz- bzw. WDVS-Dicke. Sorgt für sauberen, rissfreien Anschluss und Abdeckung der Anschlussfuge. Befestigung am Rahmen vor Putzauftrag, Einbettung des angehängten Gewebestreifens in den Putz bzw. die Armierungsschicht.
Einheit: m
Menge: 200
Positionsart: Z
4.1.2 Zulage: Tropfkantenprofil (Tropfnase)
Montage eines Tropfkantenprofils mit Gewebe zur Ausbildung einer Tropfnase an Putz- oder WDVS-Kanten. Kunststoff- oder Aluminiumprofil, z. B. für den Übergang von der Fassade zum Sockel oder unter Fensterbänken/Vordächern. Sorgt dafür, dass ablaufendes Wasser kontrolliert abtropft und keine Schmutzstreifen an der Fassade hinterlässt. Einbau lot- und waagerecht, flächenbündig in den Putzverlauf, Gewebe in die Putzschicht eingebettet.
Einheit: m
Menge: 50
Positionsart: Z
4.1.3 Bedarf: Dehnfugenprofil (Bewegungsfuge)
Lieferung und Einbau eines Dehnfugenprofils für Außenputz bzw. WDVS an vorgesehenen Bewegungsfugen der Fassade. Profil aus PVC oder Aluminium mit elastischem Kern (Dichtungsband) zur Aufnahme von Bauteilbewegungen. Breite des Fugenstegs z. B. 10 mm (anpassbar an Fugenbreite). Profil beidseitig mit Putzschenkel und ggf. Gewebe zur Einbettung. Sorgt für optisch saubere Ausbildung der Bewegungsfuge und verhindert Rissbildung im Putz. Einbau gemäß Fugenplan des Gebäudes.
Einheit: m
Menge: 20
Positionsart: BP
4.1.4 Zulage: Eckschutzschiene (Kantenschutz)
Einbau von Eckschutzschienen an allen äußeren Kanten von verputzten Wänden oder WDVS-Flächen. Eckschutzprofile aus verzinktem Stahl oder PVC mit Gewebe-Anstückung, Schenkellänge ca. 50 mm. Fixierung der Schienen durch Einbettung in den frischen Putz oder Armierungsmörtel, Ausrichtung exakt lotrecht und kantenbündig. Gewährleistet mechanischen Schutz der Kanten (Schlag- und Stoßfestigkeit) sowie gerade, saubere Kantenverläufe. Inkl. Zuschnitt der Schienen auf passende Längen und Überlappung/Verbindung an Stößen.
Einheit: m
Menge: 150
Positionsart: Z
5.1.1 Untergrundreinigung und Putzgrund vorbereiten
Reinigung der vorhandenen Wand-/Deckenflächen als Untergrundvorbereitung vor Putz- oder WDVS-Arbeiten. Lose Bestandteile, Staub, Trennmittel, Moose/Algen etc. mittels geeigneter Verfahren entfernen (Abkehren, Druckluft, Hochdruckreiniger bei Außenflächen). Saugende Untergründe vornässen, glatte Untergründe anschleifen falls nötig. Entsorgung des Abfalls fachgerecht. Ziel: tragfähiger, sauberer Putzgrund gemäß VOB/C.
Einheit: m²
Menge: 500
Positionsart: BP
5.1.2 Grundierung / Haftbrücke
Auftragen einer Grundierung bzw. Haftbrücke auf schwierigem Untergrund vor Putz/WDVS. Für glatte oder dicht-schalige Flächen (Beton, alte Farbanstriche) Einsatz eines Vorspritzmörtels (Zement-Spritzbewurf) oder alternativ Haftgrund (Kunstharz-Bindemittel mit Sand) zur Verbesserung der Putzhaftung. Für stark saugende Untergründe (z. B. Porenbeton, Ziegel) Aufbringen eines Tiefengrundes, um ein gleichmäßiges Saugverhalten sicherzustellen. Die Wahl des Haftvermittlers erfolgt nach Untergrundart. Trocknungszeiten gemäß Herstellerangaben einhalten.
Einheit: m²
Menge: 300
Positionsart: BP
5.1.3 Sockelabdichtung vor Putz/WDVS
Abdichten des Sockelbereichs gegen Feuchtigkeit vor Anbringen von Außenputz oder WDVS im Erdreich-/Spritzwasserbereich. Auf die freigelegte Wandfläche im Sockelbereich (bis ca. 30 cm über Gelände) wird eine flexible mineralische Dichtungsschlämme oder zwei Lagen Bitumendickbeschichtung aufgebracht. Übergang zur vorhandenen Horizontalabdichtung des Mauerwerks herstellen (Überlappung). Trocknen lassen und vor mechanischer Beschädigung schützen (ggf. Schutzbahn oder Perimeterdämmung anbringen). Diese Sockelabdichtung bildet die Grundlage für einen dauerhaft trockenen und frostbeständigen Putz-/WDVS-Abschluss im Erdgeschoss.
Einheit: m²
Menge: 50
Positionsart: BP
5.1.4 Glasfaser-Gewebeeinlage zur Rissarmierung
Einlegen eines Armierungsgewebes in frischen Putz als Rissvorsorge an kritischen Stellen. Alkaliresistentes Glasfasergewebe (Maschenweite ~4–7 mm) wird entweder vollflächig oder teilflächenweise (z. B. über Bauwerksfugen, Materialübergängen oder alten Putzrissen) in den Grundputz eingebettet. Überlappung der Gewebebahnen mindestens 10 cm. Nach Aushärten des Grundputzes wird wie gewohnt der Oberputz aufgetragen. Diese Leistung ist insbesondere bei Sanierungen oder Mischmauerwerk zu berücksichtigen, um spätere Rissbildung zu minimieren.
Einheit: m²
Menge: 100
Positionsart: BP
5.1.5 Elastische Anschlussfugen ausbilden
Herstellen dauerelastischer Anschlussfugen zwischen neuen Putz-/WDVS-Flächen und angrenzenden Bauteilen (Fenster, Türen, Durchdringungen), wo erforderlich. Fugenraum reinigen und mit geeigneter Hinterfüllung (Rundschnur) versehen. Anschließend Ausspritzen mit elastischem Dichtstoff (Acryl für innen bzw. Silikon/Fassadendichtmasse für außen, UV- und witterungsbeständig). Glatt abziehen und an angrenzende Strukturen angleichen. Gewährleistet eine dichte und bewegungsaufnehmende Abdichtung der Anschlüsse, verhindert Eindringen von Feuchtigkeit. Farbton des Dichtstoffs angepasst an die Umgebung (weiß, grau o. ä.).
Einheit: m
Menge: 80
Positionsart: BP
6.1.1 Altputz entfernen und entsorgen
Abtrag alter Putzschichten von Wänden oder Decken. Mechanisches Abschlagen (Hammer, Meißel) oder Abfräsen des vorhandenen Innen- oder Außenputzes bis auf den tragfähigen Untergrund. Putzreste von Fugen und Unebenheiten säubern. Anfallender Bauschutt wird laufend aufgenommen, in geeignete Behälter verbracht und anschließend fachgerecht entsorgt (Recycling oder Deponie gemäß Abfallverzeichnisverordnung). Eventuell freigelegte schadhafte Stellen im Mauerwerk sind dem Bauleiter anzuzeigen. Nach Putzentfernung Untergrund für weitere Bearbeitung (Neuputz oder WDVS) vorbereiten (siehe Pos. 5.1.1).
Einheit: m²
Menge: 300
Positionsart: BP
6.1.2 Altes WDVS demontieren und entsorgen
Rückbau eines vorhandenen WDVS inklusive Putzschichten, Dämmung und Befestigungen. Abschlagen des Oberputzes und Armierungsmörtels, Demontage der Dämmplatten (EPS, Mineralwolle o. ä.) von der Fassade, Herausziehen bzw. Abschneiden der Dübel. Sortenreine Trennung der Materialien für die Entsorgung: z. B. EPS-Dämmstoffe separat (bei älteren EPS ggf. als HBCD-haltigen Abfall gekennzeichnet, Entsorgung gemäß geltender Vorschriften), mineralische Putz- und Kleberreste getrennt. Verladen und Abtransport der Abfälle durch zugelassenes Entsorgungsunternehmen. Reinigung des freigelegten Untergrunds von Kleberresten (mechanisch abbürsten oder strahlen) zur Vorbereitung für neue Fassadenbekleidung.
Einheit: m²
Menge: 200
Positionsart: BP
6.1.3 Bauteilöffnungen freilegen und verschließen (Sanierung)
Bedarfsposition: Im Zuge von Putz- und Fassadensanierungen können zusätzliche Rückbauleistungen anfallen, z. B. öffnen von Schlitzen für Überprüfungen (Mauerwerksanker, Hohlstellen) oder temporäres Freilegen von Fensteranschlüssen und Gesimsen zwecks Instandsetzung. Nach erfolgter Prüfung/Instandsetzung sind diese Bereiche wieder zu verschließen (neu verputzen oder Dämmung einsetzen) und an die umgebende Fläche anzugleichen. Solche Leistungen werden nach Aufwand vergütet und sind im Einzelfall vor Ausführung anzuordnen. (Diese Position dient der Vollständigkeit, ohne festen Preisansatz.)
7.1.1 Bedarf: Stuckprofil/Gesims an Fassade herstellen
Erstellung oder Wiederherstellung eines Stuckprofils (Gesims, Zierleiste o. ä.) an der Fassade gemäß gestalterischer Vorgabe bzw. historischem Vorbild. Ausführung in Handarbeit mit geeignetem Putz- und Stuckmörtel (z. B. Kalk-Gips-Mörtel oder Trasskalk) in mehreren Lagen. Gegebenenfalls Anbringung einer Putzschiene oder Schablone, um das Profil in gewünschter Kontur zu ziehen. Länge und Querschnitt des Profils laut Zeichnung; Ecken sauber ausgestellt. Befestigung/Armierung falls nötig mit eingearbeitetem Metallgewebe oder Träger (z. B. Rippenstreckmetall) zur Aufnahme des Profils. Nachhärten lassen und Oberfläche für Anstrich oder Lasur vorbereiten. Hinweis: Diese Leistung wird nur bei Bedarf (denkmalpflegerische Anforderungen) abgerufen und ist entsprechend im Voraus zu vereinbaren.
Einheit: m
Menge: 20
Positionsart: BP
7.1.2 Bedarf: Ergänzende Zierelemente (Stuck)
Optional: Herstellen oder Aufarbeiten von sonstigen Stuckelementen an Fassaden oder Decken, z. B. Ornamenten, Rosetten, Schlusssteinen, in Abstimmung mit dem Denkmalschutz. Material und Ausführung analog Pos. 7.1.1, Einheit und Vergütung nach Vereinbarung (Stück oder m je nach Art des Elements). (Dient als Platzhalter für eventuelle Zierarbeiten im Rahmenvertrag.)
