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Leistungsverzeichnis Maler- und Bodenbelagsarbeiten

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Los: Maler- und Bodenbelagsarbeiten

Los: Maler- und Bodenbelagsarbeiten

Das Leistungsverzeichnis für Maler- und Bodenbelagsarbeiten bildet eine zentrale Grundlage für die Planung und Steuerung handwerklicher Leistungen im Innenausbau. Es umfasst sämtliche Arbeitsschritte, beginnend mit der Untergrundvorbereitung, über Anstriche, Lackierungen und verschiedene Bodenbelagsarten bis hin zu Versiegelungen und Pflegeleistungen. Alle Positionen werden klar gegliedert, um den Umfang und die Reihenfolge der auszuführenden Tätigkeiten nachvollziehbar darzustellen.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die präzise Erfassung von Materialien, Mengen und Ausführungsstandards. Dadurch entsteht eine transparente Kalkulationsbasis, die es Auftraggebern ermöglicht, Angebote verlässlich zu vergleichen und realistisch zu bewerten. Fachbetriebe profitieren gleichzeitig von einer eindeutigen Leistungsbeschreibung, die ihnen eine strukturierte Angebotsabgabe erleichtert und spätere Missverständnisse vermeidet.

Die detaillierte Aufstellung unterstützt alle Beteiligten – von Planern über Einkäufer bis hin zu den ausführenden Gewerken – bei der klaren Definition von Anforderungen und Erwartungen. Sie schafft Transparenz über Qualität, Kosten und Zeitaufwand und fördert damit eine reibungslose Umsetzung der Maßnahmen.

Leistungsverzeichnis für Maler- und Bodenbelagsarbeiten

Vorbemerkungen

  • Allgemeine Ausführung: Alle Arbeiten sind fachgerecht nach VOB/C und den einschlägigen Normen auszuführen (insb. DIN 18363 – Maler- und Lackierarbeiten, DIN 18366 – Tapezierarbeiten, DIN 18365 – Bodenbelagsarbeiten). Die anerkannten Regeln der Technik sind einzuhalten.

  • Produktneutralität: Die Beschreibungen der Leistungen erfolgen produktneutral. Es dürfen nur Materialien verwendet werden, die den Normen entsprechen und vom Hersteller zugelassen sind. Gleichwertige Produkte unterschiedlicher Hersteller sind zulässig, sofern sie die geforderten Eigenschaften erfüllen.

  • Materialqualität: Verwendete Anstrichmaterialien (z.B. Innenwandfarbe) müssen lösemittelfrei und emissionsarm (E.L.F.) sein, mit hoher Deckkraft (Deckvermögensklasse 1 nach DIN EN 13300) und guter Nassabriebbeständigkeit (mind. Klasse 2). Bodenbeläge müssen Objektqualität aufweisen (z.B. Nutzungsklasse 32 oder höher bei Teppich, PVC, Laminat) und den geltenden Brandschutzanforderungen genügen (mind. Bfl-s1 nach EN 13501 für Bodenbeläge).

  • Untergrundprüfung: Vor Beginn der Arbeiten sind alle Untergründe auf Eignung und Tragfähigkeit zu prüfen (gemäß BFS-Merkblättern und DIN-Vorgaben). Eventuelle Bedenken sind dem Auftraggeber mitzuteilen. Lose Altanstriche, Tapetenreste, Kleberückstände etc. sind vollständig zu entfernen.

  • Ausführungsqualität: Oberflächenvorbereitungen und Ausführungen sind in der Qualitätsstufe auszuführen, die für den nachfolgenden Belag erforderlich ist (z.B. Spachtelgüte Q2 für Anstriche/Tapeten, Q3 bei erhöhten Ansprüchen). Kanten und Anschlüsse sind sauber auszuführen. Es ist auf saubere Farbkanten und gleichmäßige Beschichtungen zu achten.

  • Trocknungszeiten: Vom Auftragnehmer sind die Trocknungs- und Erhärtungszeiten der verwendeten Materialien einzuhalten. Zwischen Anstrichlagen sowie vor dem Belegen von Böden sind die vom Hersteller vorgeschriebenen Wartezeiten (mind. 12 Stunden bei Dispersionsfarben, 24–48 Stunden bei Spachtelmassen und Klebstoffen, etc.) unbedingt zu beachten.

  • Schutzmaßnahmen: Alle nicht zu bearbeitenden Bauteile und Flächen sind vor Beginn der Arbeiten sorgfältig abzudecken oder abzukleben (z.B. Böden, Einbauten, Fenster). Während der Arbeiten sind diese Schutzabdeckungen aufrechtzuerhalten. Nach Abschluss der Maler- und Bodenlegearbeiten sind sämtliche Abdeckmaterialien rückstandsfrei zu entfernen und fachgerecht zu entsorgen.

  • Entsorgung: Anfallender Abfall, insbesondere entfernte Altbeläge, Farben, Lösemittelreste und Verpackungen, ist vom Auftragnehmer laufend von der Baustelle zu entfernen und gemäß den geltenden Vorschriften zu entsorgen. Getrennte Entsorgung nach Wertstoffen, Sondermüll etc. ist sicherzustellen.

  • Arbeitszeit und Koordination: Die Arbeiten sind in Abstimmung mit dem Auftraggeber durchzuführen. Gegebenenfalls erforderliche Arbeiten außerhalb der üblichen Arbeitszeiten (z.B. Nacht, Wochenende) oder besondere Auflagen (Denkmalschutz, Arbeiten bei laufendem Betrieb) sind nur auf Anordnung und als Bedarfs-/Zulageleistungen auszuführen (siehe Positionen unter Zusatzleistungen).

  • Abrechnungseinheiten: Die Abrechnung erfolgt nach den angegebenen Einheiten. Bei Flächenmaßen (m²) wird nach tatsächlicher Ausführung gemessen (VOB-gerechte Abrechnung, z.B. Abzüge für Öffnungen > 2,5 m²). Längenmaße in m und Stückzahlen in Stück sind ebenfalls nach Aufmaß abzurechnen.

  • Voraussetzung Baustelle: Die Baustelle wird besenrein übergeben. Anschlüsse an andere Gewerke sind im Leistungsverzeichnis berücksichtigt. Notwendige Nebenleistungen, soweit in Positionen nicht gesondert aufgeführt aber für die fertige Leistung erforderlich (z.B. geringfügige Spachtelarbeiten, Reinigung der Untergründe, Bereitstellen von Gerüsten bis 3 m Arbeitshöhe), gelten als mitangeboten und sind im Einheitspreis enthalten.

1.1 Wände und Decken

  • 1.1.1 Deckenanstrich, Innen (weiß): Deckenfläche innen reinigen, haftunfähige Altanstriche entfernen; ggf. Risse und Löcher mit geeigneter Spachtelmasse schließen. Tiefgrund als Haftgrund auftragen. Anschließend zweimaliger deckender Anstrich der Decke mit weißer Dispersionsfarbe (matte Innenfarbe, Nassabriebklasse 2, Deckvermögen Klasse 1). Ausführung einschließlich sauberem Anschluss an angrenzende Bauteile (Wände, Leisten), ohne Spritzer oder Ansätze, gemäß DIN 18363.

  • 1.1.2 Wandanstrich, Innen (weiß): Innenwandfläche vorbereiten (Staubfrei reinigen, lose Altbeschichtungen entfernen, Untergrund glatt spachteln in Q2-Qualität). Auftrag eines geeigneten Haftgrundes. Zweifacher Anstrich der Wandflächen mit weißer Dispersions-Innenfarbe, matt, mit hoher Deckkraft. Gleichmäßiger Farbauftrag ohne Streifen, Kanten sauber schneiden. Inkl. Ecken und Anschlüsse an Decken, Fenster, Türen. Ausführung nach DIN 18363.

  • 1.1.3 Wandanstrich, Innen (farbiger Anstrich): Ausführung wie Position 1.1.2, jedoch mit farbigem Anstrich nach Wahl des Auftraggebers. Dispersionsfarbe in hellem bis mittlerem Ton (Hellbezugswert z.B. 40–70) auf Wandflächen innen, zweimaliger Anstrich einschl. notwendiger Zwischenschritte (z.B. Trocknungszeit zwischen den Anstrichen). Farbton gemäß Vorgabe, einheitlich ohne Flecken oder Überlappungen aufzubringen.Hinweis: Bei dunkleren Tönen ggf. zusätzlicher Anstrich erforderlich (Mehrpreis als Zulageposition anzusetzen).

1.2 Innenbauteile

  • 1.2.1 Heizkörper lackieren (Innen): Heizkörper (profilierter Platten- oder Gliederheizkörper) innen säubern (Staub, Fett entfernen) und alte lose Anstriche abschleifen/entfernen. Metallische Teile mit Korrosionsschutz-Grundierung vorbehandeln. Lackierung mit Heizkörperlack (weiß, hitzebeständig) in zwei Deckschichten auftragen. Auch Rückseiten und Anschlussrohre sichtseitig lackieren. Anstrich ohne Läufer und Ansätze, deckend und gleichmäßig, nach DIN 18363.

  • 1.2.2 Innentür lackieren (mit Zarge): Innentür (Türblatt beidseitig und umlaufende Zarge) aus Holz oder Stahl reinigen und anschleifen. Alte Beschichtung, sofern nicht tragfähig, entfernen. Oberfläche mit geeignetem Vorlack grundieren. Lackierung mit lackartig deckendem Anstrich (z.B. PU-/Acryllack, seidenmatt, weiß) in zwei Aufträgen. Kanten, Profile und Fälze gleichmäßig beschichten. Beschläge vorher demontieren und nach Trocknung wieder montieren. Saubere Lackierung ohne Läufer gemäß DIN 18363.

2.1 Putz- und Mauerwerksflächen außen

  • 2.1.1 Fassadenanstrich (Putzfassade): Außenwand-Fassadenfläche (verputzt) reinigen (Staub, Moose, Ablagerungen entfernen, erforderlichenfalls Hochdruck reinigen). Lose Altanstriche restlos entfernen. Kleinere Risse und Putzschäden mit geeignetem Fassadenspachtel ausbessern. Tiefgrund als Vorbereitung auftragen. Zweifacher Anstrich der Fassade mit mattem Fassadenanstrich (Dispersionssilikat- oder Reinacrylat-Farbe, wetter- und UV-beständig, diffusionsoffen). Farbton nach Wahl des AG, gleichmäßig deckend aufgebracht. Arbeiten gemäß DIN 18363 ausführen, inkl. Einhaltung Trocknungszeiten zwischen Anstrichen.

2.2 Metallbauteile außen

  • 2.2.1 Geländeranstrich (Stahl, außen): Außen-Geländer (Stahl, z.B. Treppen- oder Balkongeländer) vorbereiten: Metalloberflächen gründlich reinigen, Rost und Altanstriche entfernen (mechanisch durch Bürsten/Schleifen bis auf tragfähigen Untergrund). Entrostungsgrad mind. St 2 nach DIN EN ISO 12944-4. Anschließend Rostschutz-Grundierung (z.B. auf Zinkphosphat-Basis) vollständig auftragen. Decklackierung in 2 Anstrichen mit wetterfestem Metalllack (Farbton nach Wahl, seidenmatt). Beschichtung gleichmäßig und ohne Nasen ausführen, inkl. aller Stäbe, Handläufe und Verbindungen.

2.3 Holzbauteile außen

  • 2.3.1 Holzverkleidung streichen (außen): Außen-Holzverkleidung (z.B. Verschalung, Verbretterung an Fassade oder Dachüberstand) anschleifen und reinigen. Alte, abgesplitterte Anstriche entfernen, graue Holzschichten abschleifen bis auf tragfähiges Holz. Vollflächige Holzschutz-Grundierung gegen Bläuepilz auftragen. Anschließend zweimaliger Anstrich mit Wetterschutz-Farbe (deckende Acryl-Lasur oder Lack, seidenmatt) in gewünschtem Farbton. Anstrich wetterschutz- und UV-beständig, gleichmäßig deckend. Nut- und Federbereiche sowie Schnittkanten sind sorgfältig zu beschichten. Ausführung nach DIN 18363.

3.1 Wand- und Deckenflächen tapezieren

  • 3.1.1 Tapezieren mit Rauhfasertapete inkl. Anstrich: Wand- und ggf. Deckenflächen mit Rauhfasertapete mittlerer Körnung tapezieren. Untergrund vorher glatt spachteln (Q2) und mit Tapeziergrund vorbehandeln. Kleister entsprechend Herstellervorgabe anrühren und auftragen, Tapete Stoß an Stoß kleben, Nähte anrollen. Überstände an Decken, Böden, Ecken sauber abschneiden. Nach Trocknung zweimaliger Anstrich der tapezierten Flächen mit weißer Dispersionsfarbe (inkl. Schnittkanten). Fertige Oberfläche homogen weiß ohne sichtbare Nähte oder Ansätze. Ausführung gemäß DIN 18366 und DIN 18363.

  • 3.1.2 Tapezieren mit Vliestapete (ohne Anstrich): Wandfläche mit Vliestapete tapezieren. Untergrund glatt und trocken, ggf. Vorbehandlung mit Tiefgrund. Klebstoff für Vliesbelag gleichmäßig auf die Wandfläche auftragen (Wandklebetechnik), Bahnen der Vliestapete lotrecht anlegen und stoßfrei verkleben. Muster und Rapport (falls Mustertapete) berücksichtigen, Ansatz gemäß Herstellerangabe. Überstände an Decken/Boden abschneiden. Blasenfrei andrücken (weiche Tapezierwalze), keine Kleisterflecken auf Oberfläche. Ohne Endanstrich – Tapete selbst farbig oder dekorativ. Fertige Leistung gemäß DIN 18366.

4.1 Textile und elastische Bodenbeläge

  • 4.1.1 Teppichboden verlegen (Klebeverlegung): Lieferung und Verlegung eines Teppichbodens (Bahnenware, synthetische Fasern, z.B. Schlingenqualität), Polhöhe ca. 5 mm, Gesamtstärke ~6–8 mm, Nutzungsklasse 32 (objektgeeignet). Untergrund (Estrich) vor Verlegen eben, sauber und trocken herstellen; Unebenheiten >2 mm ausgleichen (Spachtelmasse). Teppichbahnen zuschneiden, vollflächig mit Dispersionskleber auf dem Boden verkleben (Nahtschnitt anstößiger Bahnen, Nähte fest andrücken). Stöße nicht sichtbar, Belag plan und faltenfrei verlegt. Kanten an Wänden sauber schneiden (spätere Sockelleiste deckt Schnitt). Verlegung nach DIN 18365.

  • 4.1.2 PVC-Bodenbelag verlegen: Lieferung und Verlegung eines PVC-Bodenbelags in Bahnen oder Planken, Dicke ca. 2,0 mm, Nutzungsklasse 33 (stark beanspruchbar, z.B. Objekt-Vinylbelag). Untergrund glatt und staubfrei vorbereiten; vollflächige Grundierung und Spachtelung bei Bedarf ausführen. Belag passgenau zuschneiden. Verlegung vollflächig verklebt mit geeignetem Dispersionsklebstoff (nach Herstellerangabe). Stöße dicht und verschweißt oder verklebt ausführen (je nach Belagtyp). Oberfläche ohne Stoßkanten oder Überlappungen. Arbeiten gemäß DIN 18365.

  • 4.1.3 Linoleumbelag verlegen: Lieferung und Verlegung eines Linoleumbodens (Bahnenware, Naturmaterial, Dicke ca. 2,5 mm, mit Juterücken), Nutzungsklasse 32. Untergrund vorbereiten: gespachtelt und geschliffen, vollkommen eben und sauber. Linoleum-Bahnen vorab akklimatisieren, dann zuschneiden und stoßfrei verlegen. Verlegung mit vollflächiger Verklebung (Kontaktkleber für Linoleum). Stöße heißverschweißen mit farblich passender Schweißschnur, sodass nahezu fugenloses Erscheinungsbild entsteht. Randbereiche sorgfältig anpassen. Ausführung gemäß DIN 18365.

4.2 Harte Bodenbeläge

  • 4.2.1 Laminatboden verlegen (schwimmend): Lieferung und Verlegung von Laminatboden (Paneele, Klick-System) in Standardabmessungen (Breite ~190 mm, Stärke ~8 mm), Dekor nach Wahl, Nutzungsklasse 32 (gewerbliche Nutzung geeignet). Untergrund sauber und eben; Trittschalldämmung (Schaum- oder Holzfaserunterlage, ca. 2–3 mm) vollflächig auslegen. Laminat-Paneele schwimmend verlegen (ohne Verklebung), mit versetzten Stößen (min. 1/3 Paneellänge Versatz). Wandabstand rundum ~10 mm als Dehnfuge einhalten (Keile setzen). Paneele sorgfältig einpassen, letzte Reihe ggf. an Breite angepasst schneiden. Kein Knarren, fester Verbund der Klickverbindungen. Verlegung nach DIN 18365 (sinngemäß, Laminat).

  • 4.2.2 Bodenfliesen verlegen (Keramik): Verlegen von Keramik-Bodenfliesen (Steingut/Steinzeug), Format z.B. 300×300 mm, Dicke ~8–10 mm, Rutschhemmung R9. Untergrund (Estrich) eben, sauber, mit Grundierung vorbereitet. Fliesenplanung vor Beginn festlegen (Symmetrischer Zuschnitt, Fugenbild). Fliesen mit Flexkleber im Dünnbett verlegen; gleichmäßige Fugenbreite (z.B. 3 mm) mit Fugenkreuzen sicherstellen. Ausrichtung genau fluchtend. Nach Aushärten Verfugung mit zementärem Fugenmörtel, Farbe nach Wahl (hellgrau o. passend). Eck- und Anschlussfugen elastisch mit Silikon versiegeln (farblich passend). Verlegearbeit nach DIN 18352 (Fliesenarbeiten) ausführen.

5.1 Vorbereitende Arbeiten

  • 5.1.1 Abdecken von Bauteilen und Flächen: Schutzabdeckungen für alle Oberflächen, die nicht bearbeitet werden (insb. Fußböden, Einbauten, Fensterbänke, Möblierung soweit vorhanden). Geeignete Abdeckmaterialien liefern (Malervlies, Folie, Pappe etc.) und vor Beginn der Maler- und Bodenarbeiten vollflächig auslegen/abdecken. Befestigung durch Klebeband an Kanten, sodass kein Verrutschen erfolgt. Abdeckungen während der gesamten Arbeitsdauer vorhalten und erst nach Abschluss aller Arbeiten entfernen. Fachgerechte Entsorgung der verwendeten Abdeckmaterialien im Anschluss.

  • 5.1.2 Entfernen alter Wandbekleidungen (Tapeten): Vollständiges Entfernen von alten Tapeten und Wandbekleidungen auf Wand- und Deckenflächen. Tapeten einweichen (Wasser oder Tapetenlöser) und restlos ablösen, ggf. mit Spachtel nachhelfen. Mehrlagige oder festhaftende Beläge mittels Nagelwalze perforieren und erneut einweichen, bis Ablösung möglich ist. Alte Kleister-/Leimreste von der Wand abwaschen. Untergrund sauber, ohne Tapeten- und Klebereste hinterlassen. Abfälle zusammentragen und entsorgen.

  • 5.1.3 Entfernen alter Bodenbeläge (Teppich/PVC): Entfernen und Entsorgen vorhandener Bodenbeläge aus Kunststoff oder Textil (z.B. Teppichboden, PVC-Belag, Linoleum). Belag ganzflächig vom Untergrund ablösen: Bei geklebten Belägen Belag bahnenweise schneiden und durch Abziehen entfernen; verbleibende Klebstoffschichten mechanisch abschaben oder mit geeigneten Geräten (Stripper) aufnehmen. Bei Teppich auf Spannstreifen: Belag aufnehmen, Spannleisten entfernen. Untergrund von Belagsresten und Kleber reinigen. Entsorgung des ausgebauten Belags und aller Rückstände gemäß Entsorgungsrichtlinien.

  • 5.1.4 Entfernen vorhandener Sockelleisten: Demuontage vorhandener Sockelleisten an Wandanschlüssen. Leisten (Holz, Kunststoff o. Metall) vorsichtig von Wänden lösen (verschraubte Leisten abschrauben, geklebte Leisten abhebeln oder abstemmen) ohne die Wand übermäßig zu beschädigen. Befestigungsmittel (Nägel, Schrauben, Dübel) herausziehen. Lose Putzstellen im Wandbereich bei Bedarf spachteln (separat in Pos. 5.1.6, falls umfangreich). Ausbau erfolgt vor Verlegung neuer Bodenbeläge. Ausgebaute Leisten und Befestigungsmaterialien ordnungsgemäß entsorgen.

  • 5.1.5 Anschleifen von Untergründen: Anschleifen/Anrauen von bestehenden Oberflächen zur Vorbereitung für nachfolgende Beschichtungen. Z.B. Anschleifen alter glänzender Anstriche auf Wand, Decke oder Holzoberflächen; Anschleifen von Spachtelflächen, Übergängen und Spachtelstellen an Gipskarton etc. Geeignetes Schleifpapier oder -gitter verwenden (Körnung je nach Untergrund, z.B. 80–120 für Farben, 40–60 für Spachtelmasse). Schleifstaub anschließend gründlich entfernen (Besen, Staubsauger, feucht Abwischen je nach Erfordernis), so dass ein haftfähiger, staubfreier Untergrund entsteht.

  • 5.1.6 Spachtelarbeiten an Wand- und Deckenflächen: Ausbessern und Spachteln von Wand-/Deckenflächen zur Herstellung einer gleichmäßigen Oberfläche. Einzelne Risse, Dübellöcher und kleine Schadstellen mit passendem Füllstoff (Gips- oder Kunstharzspachtel) schließen. Größere Flächenunebenheiten durch vollflächiges Spachteln egalisieren (ein- bis zweilagig aufziehen und glätten). Nach Trocknung Überschüsse abschleifen (feiner Schliff, siehe Pos. 5.1.5). Ziel: Oberfläche in Qualitätsstufe Q2 (Standardanstrich) bzw. Q3 bei höherem Anspruch, geeignet für nachfolgende Maler- oder Tapezierarbeiten. Spachtelmaterial und Vorgehensweise nach VOB/C und Herstellervorgaben.

5.2 Nacharbeiten / Abschlussarbeiten

  • 5.2.1 Liefern und Montieren von Sockelleisten (neu): Lieferung und Anbringung neuer Sockelleisten entlang von Wandabschlüssen als sauberer Bodenanschluss. Sockelleiste z.B. aus MDF/Holz, weiß lackiert oder foliert, ca. 60 mm hoch, Standardprofil. Befestigung je nach Untergrund: Ankleben auf glatten Wandflächen (mit Montagekleber punktuell), alternativ Anschrauben auf Mauerwerk (mit Dübel und Schraube, Köpfe verspachtelt). Gehrungsschnitte an Innen- und Außenecken ausführen für passgenaue Stoßstellen. An Türen fachgerechter Anschluss an Zargen. Nach Montage Fuge zur Wand bzw. zum Boden falls nötig mit Acryl schließen (weiße elastische Dichtmasse) für sauberen Abschluss. Fertige Leistung: Sockelleisten gerade, fest und lückenlos montiert. Einheit: m, Menge: 30, Positionsart: Grundposition

6.1 Besondere Anforderungen / Zulagen

  • 6.1.1 Zulage: Arbeiten außerhalb der Regelarbeitszeit: Langtext: Zuschlag für Arbeiten in Nebenzeiten, falls Ausführung außerhalb der üblichen Arbeitszeiten erforderlich ist, z.B. abends, nachts, an Wochenenden oder Feiertagen. Die Zulage umfasst Mehrkosten für Schichtzuschläge, Beleuchtung, ggf. eingeschränkte Lärmmöglichkeiten und organisatorischen Mehraufwand. Abrechnung je Arbeitsstunde außerhalb der Regelzeit, ausgeführt auf Anordnung des AG. Nur anwendbar, wenn entsprechende Leistungen tatsächlich außerhalb der normalen Arbeitszeiten erbracht werden müssen. Einheit: Std., Menge: 16, Positionsart: Zulageposition

  • 6.1.2 Zulage: Denkmalgerechte Ausführung: Zulageposition für denkmalgeschützte Bereiche. Mehraufwand bei Maler- und Bodenarbeiten unter Denkmalschutzauflagen, z.B. Verwendung spezieller Materialien (wie Silikatfarben, Leinölfarben), besondere Vorsicht zum Erhalt historischer Bausubstanz, Abstimmung mit Denkmalbehörde, Dokumentation der Materialien. Zuschlag pro Einheit Grundleistung, wenn Arbeiten in oder an denkmalgeschützten Bauteilen erfolgen. Diese Position wird nur angesetzt, sofern das Objekt unter Denkmalschutz steht und zusätzliche Auflagen erfüllt werden müssen. Einheit: m², Menge: 50, Positionsart: Zulageposition

  • 6.1.3 Bedarfsposition: Arbeiten bei laufendem Betrieb (pauschal): Zusatzaufwand für die Durchführung der Leistungen während des laufenden Betriebs des Gebäudes/der Räume. Hierunter fallen z.B. Besonderheiten der Organisation (Absperrungen, Staubschutzwände, abschnittweises Arbeiten, Rücksichtnahme auf Publikumsverkehr oder Mitarbeiter) sowie mögliche Unterbrechungen und erhöhtes Abstimmungsbedürfnis. Diese Bedarfsposition wird nur beauftragt, wenn die Arbeiten nicht in unbelegten Räumen stattfinden können. Abrechnung pauschal für das gesamte Gewerk bzw. pro Bauvorhaben, falls zutreffend. Einheit: Stck, Menge: 1, Positionsart: Bedarfsposition